Debatte über Ortskernentwicklung

In der Gemeinderatssitzung vom 8. August wurde über die Entwicklung des Waldbüttelbrunner Ortskerns in Zusammenhang mit dem sog. „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“ (ISEK) gesprochen. Im Besonderen wurde dabei die August-Bebel-Straße behandelt, für die eine Feinuntersuchung beschlossen wurde.

Entwicklung und Sanierung im Ortskern dringend notwendig

Leider ist die Situation im Ortskern in Waldbüttelbrunn insbesondere im Bereich der August-Bebel-Straße zwischen Sparkasse und Rathaus zurzeit so, dass es dringend geboten erscheint, ein Sanierungs- und Entwicklungskonzept für den Ortskern zu erstellen. Einige Privathäuser in der August-Bebel-Straße sind in einem extrem schlechten Zustand; zudem gibt es nur auf einer Straßenseite einen Gehweg und das komplette Gebiet wirkt auch mangels Begrünung trostlos und zum Teil heruntergekommen.

Das bisherige Bild im Ortskern

Das bisherige Bild im Ortskern

Letztmals wurde 1996 der Versuch einer Neuordnung im Ortskern unternommen, wovon allerdings leider nur wenige Aspekte umgesetzt werden konnten. Das lag auch daran, dass es sowohl in dieser, als auch in vorherigen Legislaturperioden nicht gelang, notwendige Maßnahmen dann auch konsequent umzusetzen. So wurden Chancen, Häuser und Grundstücke aufzukaufen, nicht genutzt und z.B. bei der Beschlussfassung über das neue KCW-Zentrum in der August-Bebel-Straße den Forderungen des Investors nachgegeben und auf eine deutliche Zurücksetzung des neuen Gebäudes von der Straße verzichtet (damals übrigens gegen die Stimmen der Grünen-Fraktion).

ISEK wird durch Stadtplaner Wegner entworfen

Das Büro Wegner, das schon öfters für die Gemeinde Waldbüttelbrunn tätig war, wird nun in enger Zusammenarbeit mit Bürger*innen und Gemeinderat ein neues Konzept für den Ortskern erstellen. Konkret wird es darum gehen, die Stärken und Schwächen im Ortskern neu zu bewerten und durch die Gemeinde durchführbare Maßnahmen der Ortskernerneuerung zu entwickeln. Auch Privateigentümer sollen zu Erneuerungsmaßnahmen an ihren Gebäuden motiviert werden. Dabei soll es auch um das Ortsbild, den ruhenden und fließenden Verkehr und die Analyse der Sozialstruktur gehen. Ebenfalls werden Begrünungsmöglichkeiten Berücksichtigung finden, so wie wir das im letzten Winter beantragt hatten.

Zur besseren Koordination wird eine Steuerungsgruppe, bestehend aus den drei Bürgermeistern, je einem*einer Vertreter*in jeder Gemeinderatsfraktion, je einem*einer Vertreter*in des Bauamtes, der Regierung und der Zukunftswerkstatt sowie natürlichen den Planer*innen. Die Grünen-Fraktion wird dabei abwechselnd durch Fraktionssprecher Karl-Heinz Ursprung und mich vertreten sein. Nach der Entwicklung des Konzepts soll es dann eine Bürger*innen-Versammlung geben, in der noch letzte Vorschläge der Einwohner*innen eingebracht werden können. Danach soll das Konzept vom Gemeinderat beschlossen werden.

Feinuntersuchung August-Bebel-Straße

Ebenfalls beschlossen wurde die Feinuntersuchung der August-Bebel-Straße. Hier wird das Büro Wegner vor allem die Möglichkeiten der Fußgänger*innen-Führung, der Straßenoberflächen, der Funktion und Gestaltung des Straßenraums und der Begrünung untersuchen. Auch die private Bebauung soll unter Einbeziehung der Anwohner*innen auf Verbesserungsmöglichkeiten untersucht werden. Die Feinuntersuchung kostet ca. 25000€, wird aber voraussichtlich zu 60% von der Regierung von Unterfranken gefördert.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Ich begrüße die Beschlüsse des Gemeinderates, die für mich einen Schritt in die absolut richtige Richtung darstellen. Es für das Ortsbild und die Außenwirkung Waldbüttelbrunns, aber auch für die Bürger*innen enorm wichtig, den Bereich rund um die August-Bebel-Straße zu erneuern und den Standards des Jahres 2016 anzupassen. Dazu gehören eine sinnvolle Verkehrs- und Fußgänger*innen-Führung und zeitgemäße Straßenbeläge. Außerdem muss die Gemeinde sich endlich konsequent um Grundstücke in der Straße bemühen und ggf. auch Vorkaufsrechte nutzen, um so Handlungsspielraum zu gewinnen. Dann fällt auch eine Begrünung des Bereichs, die ebenfalls dringend notwendig ist, deutlich einfacher. Aus Sicht meiner Fraktion ist es zudem wichtig, ein gutes Einzelhandelskonzept für den Altort zu erstellen. Für viele Menschen ist es aufgrund von Alter oder nicht vorhandenen individuellen Verkehrsmitteln oft schwierig, weit entfernte Supermärkte zum Einkaufen anzufahren. Deswegen müssen für die Grundbedürfnisse – wie Bäcker, Metzger, Getränkehandel – Einkaufsmöglichkeiten im Waldbüttelbrunner Altort erhalten bleiben.

Nur wenn all diese Maßnahmen gut zu einem Konzept zusammengefasst und dann auch konsequent umgesetzt werden, kann im Altort eine Verbesserung der Situation gelingen.

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren

Verwandte Artikel