In der Kreistagssitzung am 20. Juli ging es vor allem um die Mainklinik Ochsenfurt und die Mainschleifenbahn. Außerdem wurde über den Ausgleich des Defizits der Geburtsstation des Klinikums Würzburg-Mitte entschieden.
Mainklinik
Bei der Mainklinik gab es einen Sachstandsbericht zur geplanten Fusion mit dem Klinikum Kitzinger Land. Außerdem wurde über das Energiekonzept für die Klinik beschlossen, das bei der Sanierung im kommenden Bauabschnitt 2 umgesetzt werden soll.
Nachdem der Bauabschnitt 1 inzwischen im Wesentlichen abgeschlossen ist (Gesamtkosten 39,75 Millionen €, Anteil Landkreis 5,6 Millionen €), kann nun der Bauabschnitt 2 angegangen werden. Dabei geht es um die technische Infrastruktur, die hauptsächlich aus dem Jahr 1994 stammt und am Ende ihrer Lebensdauer angelangt ist. Ziel ist der Bau einer vollständig modernisierten Energiezentrale, eine neue elektrische Infrastruktur, eine erneuerte Wärme-, Kälte- und Trinkwasserversorgugn und der Ersatz der zentralen Dampferzeugung durch moderne Versorgungssysteme. Das Energiekonzept basiert dabei auf Geothermie, einer Wärmepumpenkaskade und Photovoltaik. Als Back-Up wird noch eine Erdgasheizung vorgehalten. Der Regelbetrieb wird damit vollständig mit erneuerbaren Energien bestritten. Durch die Kühlung, die nun eingebaut werden soll, steigt der Gesamtenergieverbrauch insgesamt etwas an. Das ist aus meiner Sicht allerdings zu verschmerzen, insbesondere die Kühlung werden wir noch brauchen. Die Gesamtkosten betragen 17,6 Millionen €, dabei verbleiben 6,2 Millionen € beim Landkreis Würzburg. Aus meiner Sicht eine sehr gute Sache, da somit große Mengen CO2 eingespart werden und die Energieversorgung auf einen modernen Stand gebracht werden kann! Der Kreistag hat dies auch so beschlossen.
Über die Fusion der Mainklinik mit dem Kitzinger Krankenhaus wird nun schon seit rund zwei Jahren diskutiert. Alleine wären beide Häuser, aufgrund der steigenden Kosten und der Krankenhausreform des Bundes, die auf die Reduzierung von Krankenhausstandorten hinausläuft, nicht langfristig tragfähig. Zusammen könnten sich die beiden Standorte jeweils auf einzelne medizinische Gebiete konzentrieren und beide weiterhin eine Notaufnahme anbieten. Aus meiner Sicht ist die Fusion notwendig, um den Standort zu halten. Über Details muss allerdings sicherlich noch gesprochen werden. Nun soll es so weitergehen, dass im Herbst eine Sondersitzung der beiden Kreistage stattfinden soll, die endgültig über die Fusion beschließt. Im Fall eines positiven Beschlusses wird die Klinik aus dem Kommunalunternehmen ausgegliedert und in ein neues gemeinsames Kommunalunternehmen mit dem Landkreis Kitzingen überführt.
Klinikum Würzburg-Mitte
Hier ging es darum, dass die Geburtsstation des Klinikums auch den Landkreis Würzburg mitversorgt, allerdings unter einer erheblichen Unterfinanzierung leidet. Dies kann die Stiftung Juliusspital auch nicht decken, da der Betrieb der Geburtsstation nicht Zweck der Stiftung ist. Geburtshilfe ist aus meiner Sicht ein enorm wichtiges medizinisches Feld, wird aber vom Bund nicht ausreichend finanziert, da die alleinige Vorhaltung eben nicht ausreichend vergütet wird. Für 2026 wird ein Defizit von knapp 2 Millionen € erwartet, wovon der Landkreis 2026 26,54 %, also rund 530.000 €, bezahlt. Hiervon wird ein Abschlag beglichen, der Rest spitz abgerechnet.
Nun hatte der Kreistag zu entscheiden, ob für die Jahre 2027 und weitere grundsätzlich die Bereitschaft zur Übernahme eines Anteils des Defizits signalisiert wird. Dies wurde beschlossen.
Mainschleifenbahn
Die Mainschleifenbahn verläuft zwischen Volkach und Seligenstadt und wurde in den 90er-Jahren stillgelegt. Derzeit wird im Inselbetrieb dort ein touristischer Verkehr durchgeführt, eine Verbindung zur Hauptbahn Rottendorf – Schweinfurt besteht nicht mehr, seit die entsprechende Weiche ausgebaut wurde. Für die Region Volkach und den nordöstlichen Landkreis Würzburg wäre eine Reaktivierung der Bahn und ein regelmäßiger Zugverkehr nach Würzburg eine große Chance, weswegen dies seit Jahren angestrebt wird.
Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hat dabei einen Faktor von 1,8 ergeben, was eine hohe Wirtschaftlichkeit bedeutet. Für die Reaktivierung müssen, rein baulich betrachtet, die drei Bahnstationen Prosselsheim, Eisenheim und Volkach-Astheim neu errichtet werden. Außerdem muss die Strecke inkl. Bahnübergänge ertüchtigt werden. Der Einbau der Weiche muss zwingend 2028 erfolgen, da nur dann eine Sperrpause auf der Hauptstrecke möglich ist. Die Mainschleifenbahn-Infrastrukturgesellschaft (MIG), die den beiden Landkreisen gehört, würde vor der Reaktivierung die Strecke käuflich erwerben und beim Bau von einem Eisenbahninfrastrukturunternehmen unterstützt werden. Dieses würde die Strecke dann auch für den Betrieb pachten und sich um den Unterhalt kümmern .
Die Bayerische Eisenbahngesellschaft würde dann nach der erfolgten Reaktivierung einen Zugbetrieb für die Strecke bestellen. Durch den kilometerbezogenen Trassenpreis (derzeit 6,13 € pro gefahrenem Kilometer, später 7,13 €, wird jährlich erhöht) wird dann Bau und Betrieb der Strecke finanziert.
Ziel ist es nun, die Kosten so im Zaum zu halten, dass die Streckenreaktivierung wirtschaftlich bleibt, denn nur dann fließen Fördermittel des Bundes; dann aber auch 90 % der Baukosten. Im Herbst müssen dann von den beiden Kreistagen Kitzingen und Würzburg Beschlüsse gefasst werden, die die Reaktivierung endgültig besiegeln. Dann gibt es auch kein zurück mehr.
Ich persönlich spreche mich zu 100 % für die Reaktivierung aus. Diese ist enorm wichtig für beide Landkreise, die Menschen in der Region und den Klimaschutz. Ich hoffe sehr, dass wir das Projekt gemeinsam durchführen können!